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Pressemitteilungen zu unseren Partnerbetrieben. [Regionale Wertschätzung vom Grünland (RBZ vom 08.08.2026)] [Der Biohof der Familie Müller verbindet ökologische Landwirtschaft, Naturschutz und regionale Saatgutherkunft – mit neuem Standbein durch Regiosaatgut aus eigener Ernte.] Fotos: A. Weidner Der Biohof der Familie Müller in Hosten im Landkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz, ist seit 2013 anerkannter Partnerbetrieb Naturschutz. Die Übergabe des Betriebs von den Eltern an den Sohn Gerhard Müller im Jahr 2001 leitete die Umstellung auf eine biologische Wirtschaftsweise ein. Die restlichen Ackerflächen wurden in Grünland und extensiv genutztes Weideland umgewandelt, während gleichzeitig ein moderner Stall entstand, um die Rinderzucht- und -mast zu stärken. Die Familie vermarktet ihr Bio-Rindfleisch (Rinder der Fleischrassen Aubrac, Weißblaue und Glanrind) weitestgehend in Eigenvermarktung alternativ an regionale Bio-Fleischbetriebe. Die extensive Bewirtschaftung der Betriebsflächen trägt zum Erhalt und zur Weiterentwicklung artenreicher Grünlandwiesen bei, die ausschließlich mit Stallmist gedüngt, ein- bis zweimal jährlich gemäht und nachgeweidet werden. Stehengelassene, alternierende Mahdinseln sowie ungemähte Ecken unter Obstbäumen und Randstreifen schaffen Rückzugsraum für Wildtiere und Insekten und fördern die Biodiversität. [Neue Akzente durch Streuobst] Im Jahr 2012 setzte der Betrieb mit der Neupflanzung von 130 Obstbäumen – mit Fokus auf alte Apfelsorten - sowie dem Erhalt und Sanierung von Streuobstbeständen in der traditionellen Streuobstgegend weitere ökologische Akzente. Die Streuobstwiesen sind wichtig für den Vogel- und Artenschutz und prägen das charakteristische Landschaftsbild der Südeifel. Der Ort Hosten grenzt an das bewaldete Kylltal, das mehrere bedeutende europäische FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitate) beherbergt. Der Apfelsaft der eigenen regionaltypischen Streuobstwiesen wird seit einiger Zeit selbst vermarktet. Zusätzlich gibt es eine Zusammenarbeit mit einer regionalen Kelterei, dem Bohrshof in Welschbillig. [Neue Energien auf dem Hof] Der Biohof bewirtschaftet knapp 66 ha Grünland und hält ca. 20 Tiere im Nebenerwerb. Weitere Betriebszweige umfassen Pferdeheu, Heulage sowie Heucobs/-pellets mit hohem Kräuteranteil aus den artenreichen Streuobstwiesen. Diese werden unter anderem an Pferdehalter vermarktet, deren Tiere von Allergien und Atemwegsproblemen betroffen sind. Das Bioheu wird als Heulage in kleinen Portionen für Pferdebesitzer mit lediglich 1–2 Pferden angeboten. Nach dem Wegbruch der Bio-Schweinezucht und -mast sowie Problemen mit einem Großabnehmer für Wiesenheu entwickelte Betriebsleiter Gerhard Müller die Idee, eine Photovoltaikanlage auf Freiflächen des Hofes zu installieren, verbunden mit einer sinnvollen Unternutzung der Flächen. Im Zuge der Planungen wurde ein offizielles Gutachten zum Bewuchs der Wiesen erstellt, durch das 2013 erstmals Orchideen sowie zahlreiche Kräuter und Blumen auf den extensiv bewirtschafteten Flächen von Fachleuten nachgewiesen wurden, auf denen wiederum spezialisierte Insekten Nahrung finden. Die Naturschutzbehörde betont die Bedeutung dieser Nahrungspflanzen für Insekten und andere Nahrungsspezialisten, was die Idee eines weiteren Standbeins im Grünlandbetrieb begründete: die Samenproduktion. Die Idee der Samenproduktion wurde maßgeblich von dem Naturschutzberater des Landkreises Bitburg-Prüm, Andreas Weidner, begleitet. Ebenfalls verlief die Vermehrung der Orchideen auf geeigneten Flächen erfolgreich, sodass bis heute einer der größten Orchideenbestände im Eifelkreis Bitburg-Prüm auf hofeigenem Gelände entstanden ist. Zudem betreut die Familie Müller seit mehreren Jahren Naturschutzflächen in Hüttingen, wobei sie in Zusammenarbeit mit Andreas Weidner die Fläche ökologisch deutlich aufgewertet hat. ... Den ganzen Artikel finden Sie als PDF beigefügt: [Landwirtschaft und Naturschutz gehen Hand in Hand: 27 neue Betriebe anerkannt (2026)] Fotos: MKUEM RLP Im Rahmen des Partnerbetriebs Naturschutz wurden am 02. März 2026 27 neue Betriebe in das Netzwerk der bisher 328 anerkannten Betriebe aufgenommen. Am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Bad Kreuznach wurden den Betriebsleiter von Staatssekretär des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Dr. Erwin Manz feierlich die Urkunden überreicht. Die Partnerbetriebe Naturschutz sind Teil eines landesweiten Netzwerks von über 300 landwirtschaftlichen Betrieben in Rheinland-Pfalz, die sich freiwillig zur Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen auf Ihren Betriebsflächen verpflichtet haben. In seiner Laudatio lobte Dr. Manz das Engagement der Betriebe für den Naturschutz und die Gesellschaft, zeigte gelungene Beispiele im Betriebsalltag auf, kritisierte aber auch gegenwärtig aufkommende Spannungsfelder zwischen landwirtschaftlicher Produktion und Naturschutz. Mit der Anerkennung der neuen Betriebe wird das Netzwerk Partnerbetrieb Naturschutz um 27 weitere Botschafter für betrieblichen Umweltschutz reicher. Durch die Teilnahme am Beratungsprozess gehen die Betriebe eine Kooperation mit Naturschutz- und Offizialberatung ein. In den folgenden vier Jahren verpflichten sie sich zur Umsetzung gemeinsam erarbeiteter Maßnahmen und stellen sich mit ihrem Betrieb für Veranstaltungen zum Zwecke des Wissenstransfers und fachlichen Austauschs zur Verfügung. Das Konzept Partnerbetrieb Naturschutz wurde 2008 als Modellprojekt mit 18 Betrieben in Zusammenarbeit aus DLR und Umweltministerium gestartet. Nach 7 Bewerbungsphasen in den vergangenen 18 Jahren ist das Netzwerk auf mittlerweile 330 Betriebe herangewachsen. Im ersten Jahr der Partnerschaft erfolgt auf den Betrieben eine Erstberatung im Trilog aus den Naturschutz- und DLR-Beratern und der Betriebsleitung. Dabei werden potenzielle Maßnahmen erörtert, deren Förderfähigkeit im Rahmen der AUKM und Öko-Regelungen geprüft, sowie weitere freiwillige Naturschutzmaßnahmen erarbeitet. Der Betrieb bekommt nach erfolgter Erstberatung ein Naturschutzfachliches Leitbild individuell für seinen Hof erstellt, das in einer Zielvereinbarung mündet. Die Zielvereinbarung stellt den Leitfaden für die nächsten vier Folgeberatungen dar. Deren Umsetzung wird durch die Berater erfasst und kann gegebenenfalls angepasst werden. Nach vier Folgeberatungen wird jeder Betrieb ins Netzwerk der Partnerbetriebe überführt. Im Bedarfsfall kann eine Naturschutzberatung in Anspruch genommen werden, z. B. wenn der Betrieb sich neu strukturiert, seine Bewirtschaftungsweise ändert oder eine Hofübergabe erfolgt. Erfolgreich umgesetzte Naturschutzmaßnahmen auf den Betrieben sind beispielsweise Feldlerchenfenster im Ackerbau, bei denen Flächen ohne Bewuchs im Feldinneren verbleiben, um den Bodenbrütern Nistmöglichkeit und Schutz zu bieten. Aber auch klassische Kennartenprogramme wie die Ökoregelung 5 sind bei den Partnerbetrieben im Grünland sehr verbreitet. Hier bestechen überdurchschnittlich artenreiche Wiesen einzelner Landwirte mit einer beeindruckenden Blütenpracht. Im Turnus von zwei Jahren startet im Herbst 2026 erneut eine neue Bewerbungsrunde für ein weiteres Demonstrationsvorhaben. Pro Landkreis werden zwei Betriebe zugelassen, wobei Betriebe mit Flächen in Naturschutzgebieten oder Natura2000-Gebieten bevorzugt ausgewählt werden. Sollten mehrere Bewerber mit ihren Flächen in keinem der beiden genannten Schutzgebiete liegen, so wird nach dem „Windhundverfahren“ verfahren. Folgende Teilnahmekriterien sollten interessierte Betriebe erfüllen: Sie sollten einen konventionellen oder ökologischen landwirtschaftlichen Betrieb im Haupt- oder Nebenerwerb in den Schwerpunkten Ackerbau, Gartenbau, Weinbau, Obstbau oder Viehhaltung mit Betriebssitz in Rheinland-Pfalz bewirtschaften. Der Betrieb sollte seine Flächen größtenteils selbst bewirtschaften oder zumindest deren Bewirtschaftungsweise gut steuern können. Zudem sollte er bei der zuständigen Kreisverwaltung mit einer Unternehmensnummer zur Beantragung von Agrarförderung geführt werden. Die Teilnahme an einer Online-Infoveranstaltung im Vorfeld der Bewerbung ist ebenso notwendig. Bei einer positiv beschiedenen Bewerbung wird der Betrieb die kommenden fünf Jahre lang bei seinem betriebsindividuellen Naturschutzkonzept beratend begleitet. Fotos: MKUEM RLP
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