Landwirtschaft und Naturschutz als Partner:Griese zeichnet 65 Betriebe aus (2014)

08.04.2014 | Grüne Woche Rheinland-Pfalz

Umwelt- und Landwirtschaftsstaatssekretär Thomas Griese hat heute in Mainz 65 „Partnerbetrieben Naturschutz“ ihre Anerkennungsurkunde übergeben. „Damit gibt es in Rheinland-Pfalz nun 130 landwirtschaftliche Betriebe, die auf Grundlage eines naturschutzfachlichen Leitbildes Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten pflegen“, sagte Griese. Mit der Anerkennung hätten sich die Landwirte verpflichtet, den Naturschutz in ihre Arbeit zu integrieren, zum Beispiel durch den Erhalt von artenreichem Grünland, die Anlage von Blühstreifen am Feldrand oder von Feldlerchenfenstern.

Das Erfolgsrezept der Initiative der Landesregierung bestehe darin, dass der Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz auf Augenhöhe stattfinde. „Es kommt darauf an, was für den einzelnen Betrieb sinnvoll und machbar ist und dass ein Zugewinn für beide Seiten erkennbar wird“, erklärte der Staatssekretär die große Nachfrage. Er bedankte sich bei den anwesenden Landwirtinnen und Landwirten für ihr außerordentliches freiwilliges Engagement und rief sie dazu auf, ihre Erfahrungen weiterzugeben.

Wer weiß, dass die Schlüsselblume nur dort wächst, wo nicht gedüngt und auch nur spät gemäht wird? Wo die Schlüsselblume blüht, hat der Landwirt bei der Bewirtschaftung auf Ertrag und Einkommen verzichtet. Den Ausgleich dafür bietet das Land mit der Förderung so genannter Agrarumweltmaßnahmen durch EU-Mittel an, die von allen Landwirten und insbesondere von den Partnerbetrieben in Anspruch genommen werden können.

Griese wies darauf hin, dass die Landesregierung im neuen Landesent-wicklungsprogramm EULLE das Angebot der  geförderten Umwelt- und Klimaschutz maßnahmen ausgebaut habe. „Damit unterstützen wir die Landwirte dabei, ihrer Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt gerecht zu werden“, so Griese. Nach dem jüngst von der Bundesregierung vorgestellten Bericht zur Lage der Natur trage  die Landwirtschaft eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt in Deutschland. „Die ‚Partnerbetriebe Naturschutz‘ nehmen hier eine Vorbildrolle ein“, betonte der Staatssekretär, auch durch die umweltschonende Bewirtschaftung der europäischen Natura 2000-Schutzgebiete, die in Rheinland-Pfalz ein Fünftel der Landesfläche einnehmen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Grünen Woche Rheinland-Pfalz 2014 statt. Die mittlerweile zum achten Mal organisierte Veranstaltungsreihe steht in diesem Jahr unter dem Motto „Europa in Rheinland-Pfalz – wir sind Europa!“. Damit möchte das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium Europa in den Fokus des öffentlichen Interesses rücken:  „2014 beginnt eine neue, bis 2020 dauernde Förderperiode. Hier fließt viel Geld  in die verschiedenen Regionen Europas und damit auch nach Rheinland-Pfalz. Das hilft den Menschen im ländlichen Raum, ihre Ideen und Projekte zu realisieren, sei es in der Land- und Weinwirtschaft, in der Wasserwirtschaft oder im Natur- und Artenschutz“, so Griese.







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