Unter Streuobst versteht man flächige Anpflanzungen von hochstämmigen Obstbäumen auf Wiesen, Weiden und ackerbaulich oder gärtnerisch genutzten Flächen. Manchmal trifft man Streuobst auch als Feldgehölz an oder der Bestand ist reduziert auf eine Obstallee an Feldwegen, Straßenrändern oder Feldrainen.
Streuobstflächen sind damit prägende Bestandteile unserer Kulturlandschaft.
Der Name „Streuobst“ erklärt sich dadurch, dass die Obstbäume wie eingestreut in die Landschaft wirken. Die Streuobstflächen gliedern die Landschaft, oft sieht man sie noch als „Gürtel“ um die dörfliche Siedlung, sofern sie noch nicht den Baugebieten zum Opfer gefallen sind.


Lebensräume


Durch die vielfältige, extensive Nutzung der Obstbäume und der Unterkulturen bestehen sehr viele oft ideale Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen. Bei Untersuchungen hat man festgestellt, dass sich bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten auf Streuobstwiesen einfinden. Streuobstwiesen sind Lebensraum von vielen gefährdeten Vögel-, Schmetterlings- und Käferarten.
An Pflanzengesellschaften finden wir meist Wiesen mittlerer Standorte, da die Obstbäume auf nassen und trockenen Standorten nicht gut wachsen und kaum Ertrag bringen.


Hinweise zur Bewirtschaftung


Die Stammhöhe der Obstbäume soll mindestens 1,6 m, besser 1,8 m betragen, der Pflanzabstand bewegt sich zwischen 10 und 15 m (bis 20 m); nicht unbedingt in Reihen, durchaus mit wechselnden Abständen.
Wichtige Kriterien bei der Neuanlage von Streuobstwiesen sind die richtige Standortwahl (nicht zu nass, nicht zu trocken) und die Wahl robuster, althergebrachter regionaltypischer Sorten . Dies dient auch dem Erhalt der genetischen Vielfalt.
Hinweise zur Baumpflanzung enthält die „Streuobstbroschüre“ des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LUWG).


Fördermöglichkeiten

Die Neuanlage, den Erhalt und die Pflege von Streuobstwiesen honoriert das Land Rheinland-Pfalz im EULLa-Programmteil:

EULLa
-Vertragsnaturschutz Streuobst

Darüber hinaus ist auch die naturschutzorientierte Nutzung der Fläche in EULLa förderfähig. Ober- und Unternutzung werden in diesen Fällen separat betrachtet und die Prämien addieren sich. Je nach Art der Unternutzung (Grünland oder Acker) gelten die Fördervoraussetzungen der jeweiligen Programmteile.

Nähere Informationen zu EULLa finden Sie hier.

Problem: Fehlende Altbaumpflege in Streuobstwiesen

Baumpflege und Entfernen der Laubholzmistel bei Streuobstbäumen muss sein!

Was ist zu tun? Lesen Sie hier...


Flyer Mistel 2012






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