Die Pflanzengesellschaften unterscheidet man nach der Art der Bewirtschaftung der Äcker. So gibt es Pflanzen im Wintergetreide, die „wintereinjährig“ sind, z.B. Kornblume oder Kornrade. Im Sommergetreide und bei Hackfrüchten finden wir dagegen meist „sommereinjährige“ Arten, die einen raschen Entwicklungszyklus haben (Keimen, Blühen, Fruchten innerhalb weniger Wochen). Manchmal können diese Pflanzen mehrere Generationen im Jahr ausbilden. Zu ihnen gehören Acker-Schmalwand oder Hirtentäschelkraut. In Dauerkulturen finden wir oft Zwiebelgeophyten, wie Traubenhyazinthe oder Rhizomgeophyten, wie Kriechender Hahnenfuß oder das Gewöhnliche Rispengras.


Hinweise zur Bewirtschaftung


Ackerwildkräuter benötigen die ackerbauliche Nutzung mit jährlicher, krumentiefer Bodenbearbeitung (z. B. Pflügen, Grubbern) auf der gesamten Acker(streifen)fläche sowie in den Brachejahren. Dies dient auch zur Zurückdrängung unerwünschter mehrjähriger Konkurrenzpflanzen (z. B. Quecke, Kriechender Hahnenfuß).

Eine gezielte Förderung von Ackerwildkräutern kann durch eine naturschutzfachlich optimierte Bewirtschaftung auf Acker(rand)streifen oder ganzen Schlägen erreicht werden. Geeignete Maßnahmen sind:
  • Minimierung der Stickstoff-Düngung, Kalkung und des Herbizid-Einsatzes
  • klein- bis großflächiger oder streifenförmiger Striegelverzicht im Vor- und Nachlauf oder zumindest im Nachlauf (Blindstriegel)
  • Drilllücken: kleinflächiger oder streifenförmiger Verzicht auf Einsaat, einschließlich Verzicht auf Beikrautregulierung
  • Reduzierte Saatstärke: kleinflächige oder streifenförmige Verringerung der Saatmenge um circa 30 - 50 Prozent (geringe Bestandesdichte fördert konkurrenzschwache Ackerwildkräuter), einschließlich Verzicht auf Beikrautregulierung
  • klein- oder großflächige, späte Stoppelbearbeitung (nicht vor Anfang/Mitte September)


ACHTUNG!
Bleibt die Unkrautregulierung aus, besteht natürlich auch ein erhöhtes Risiko für das Auftreten unerwünschter sogenannte „Problemunkräuter“ wie Ackerkratzdistel, Gänsefußgewächse usw.. Es empfiehlt sich vielmehr Ackerwildkrautstreifen nur dort anzulegen, wo der Ertrag natürlicherweise niedriger ist oder manchmal sogar ausfällt: Magere Standorte, flachgründige Böden, Kuppen oder entlang von Wege-, Wald- oder Gewässerrändern.

 

Typische Arten für Ackerwildkräuter


von links nach rechts:
Acker-Gauchheil, Acker-Krummhals, Klatschmohn und Kornblume.

Informationsmaterial "Ackerwildkräuter"


Steckbrief Acker-Gauchheil 2012

Steckbrief Acker-Krummhals 2012

Steckbrief Klatschmohn 2012

Steckbrief Kornblume 2012






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